Die Mondlandung ist erfolgreich abgeschlossen!

Derbysieger Sea The Moon

Sea The Moon hat mit einer bisher kaum gesehen Dominanz das 145. deutsche Galopp-Derby gewonnen. Breits kurz nach dem Start setzte sich der mächtige Braune an die Spitze des 18 Starter umfassenden Teilnehmerfeldes und gab diese nie wieder her. Er hatte von vorne ein ideales Rennen und konnte sich das Tempo selbst einteilen, wobei man anmerken muss, dass sein Takt für die anderen Pferde eine Nummer zu hoch erschien. Er war zu jeder Zeit des Rennens absolut Herr der Lage und so war es bei erreichen der Zielgerade als Christophe Soumillion auf den Turbo drückte um die Konkurrenten geschehen.

Obwohl er beim Schwenk auf die Außenbahn sicher noch einmal einige Länge verschenkte, gewann er das Derby völlig überlegen mit 11 Längen Vorsprung auf Lucky Lion. Auch Lucky Lion enttäuschte nicht. Er hatte ebenfalls eine gute Position an 4-5 Stellen im Vorderfeld. Als Sea The Moon allerdings sein Triebwerk zündete kam er noch nicht gleich auf freie Bahn und der Drops war gelutscht! Er hätte wohl nur etwas ausrichten können, wenn er sich direkt an Sea The Moon orientiert hätte. Es bleibt anzumerken, dass Lucky Lion in fast jedem anderen Jahr das Derby gewonnen hätte, da er den Rest der Starter locker halten konnte.

Lucky Lion scheitert am Jahrhundertpferd Sea The Moon!

Die Art und Weise wie er seine bisherigen Rennen gewonnen hat, sowie seine raumgreifende Galoppade und die Dominanz von der Spitze aus lassen die Vermutung nahe liegen, dass wir mit Sea The Moon einen neuen Super-Star im internationalen Galoppsport haben. Er muss ja seine Rennen förmlich von vorne bestreiten, da die Rivalen zu langsam sind um Schritt zu halten.Vor einigen Wochen verglich ich Sea The Moon einmal mit den spitzen Galopper Old Vic aus seiner Verwandschaft. Dieser sah ihm nicht nur sehr ähnlich sondern gewann seine Rennen in gleicher Art. Er galoppierte seine Gegner einfach in Grund und Boden. Selbst ein Vergleich mit seinem Erzeuger dem Wunderpferd Sea The Stars bracht wohl kaum gefürchtet zu werden. Die deutschen Turf-Fans und das Gestüt Görlsdorf können sich schon jetzt auf die weiteren Starts dieses Ausnahmegaloppers freuen. Es ist kaum zu glauben, dass die Lücke der großen Danedream schon so schnell wieder mit einen deutschen Galopper der Spitzenklasse geschlossen werden konnte.

Magic Artist und Swacadelic enttäuschen Ihre Anhängerschaft.

Als enttäuschend muss man hingegen das Laufen von Magic Artist, Swacadelic sowie der englischen Gäste bezeichnen. Beide fanden zu keiner Zeit des Rennens richtig Tritt und waren auch im Einlauf ohne jede Präsenz. Bei Swacadelic hatte ich ja bereits im Vorfeld bedenken an der Klasse für den ganz großen Wurf geäußert, da er in seinen Rennen auf Gegner mit wenig Format traff. Von Magic Artist hatte ich mir dagegen nach seinen überlegenen Sieg im Bavarian Classic schon deutlich mehr versprochen. Er dürfte sich aber auf jeden Fall über die Saison in der Jahrgangsspitze etablieren. Gespannt sein darf man auf die beiden von mir hoch eingeschätzten Ito und Rapido. Rapido musste dem Derby ja leider wegen einer leichten Sehnenverletzung fernbleiben und für Ito kam das Derby laut Management einfach noch zu früh. Da sich Rapido von Rennen zu Rennen prächtig gesteigert hat sollte er nach seiner Genesung auch seinen Platz in der Jahrgangsspitze einfordern können. Die Überraschungsbox bleibt Ito, der nach einem unbedeutenden dritten Platz im einem Aufbaurennen zu Amazonit seinen zweiten Start überlegen und in großem Stil gewann. Bei Ihm scheint vom großen Flopp bis zum Spitzengalopper alles denkbar. Ich schätze Ihn sehr hoch ein. Leider haben allerdings viele Schlenderhaner Ihre Erwartungen in der letzen Zeit nicht einlösen können.

Die zweite Garnitur ist nicht genug! Ausländische Gäste haben sich verkalkuliert.

Von Seiten der englischen Starter kann man sagen, dass man sich in deren Quatieren mächtig verkalkuliert hatte, was die Klasse des Derbyjahrgangs 2011 in Deutschland anbelangt! Sowohl Lucky Lion als erst recht Sea The Moon brauchen auf internationalen Parkett wohl niemanden zu fürchten. Auch Wild Chief bestätigte mit seinem 5. Platz genau seine Form aus dem französischen Derby. Da reicht es halt einfach nicht aus mit der zweiten Garnitur anzureisen und auf sein Glück zu hoffen. Leider liefen beide Gäste so enttäuschend, dass man wohl international geneigt ist, die Derbyform zu streichen. Ein weiterer Grund für das scheitern vieler Teilnehmer ist im großen Starterfeld zu finden. Es handelt sich halt noch um junge unerfahrene Pferde welche einen Reifeprozeß durchlaufen. Im den Vorprüfungen zum Derby sind die Starterfelder doch eher sehr überschaubar und dann werden sie im Derby in ein Megafeld mit 18 Starter geworfen! Damit kommt nicht jeder auf Anhieb klar. Hat man dann noch eine schlechte Startbox ausgelost und macht der Jockey im Rennen auch nur den kleinsten Fehler ist alles gelaufen.

Sea The Moon mit Spitzenrating von 126 im internationalen Handicap!

Auch im Ausland hat man Sea The Moons Sieg im Derby entsprechend gewürdigt und so nimmt er hinter Kingman unter den Dreijährigen weltweit mit einem Rating von 126 eine Spitzenposition ein. Die Marke entspricht einem GAG von 102 Kilo, wobei er 105 locker können sollte. Vieleicht gelangt er ja auch an die Marke von Acatenango dem deutschen Spitzengalopper der 70er Jahre heran, der es auf ein spitzen GAG von 110 brachte! Sein Sieg viel so leicht und locker aus, dass man an ehesten einen Vergleich zum 7:1 Sieg der deutschen Nationalelf über Brasilien ziehen könnte. Für die weiteren Starts ist wohl die Route über den großen Preis von Baden Baden zum Prix de l´ Arc de Triomphe geplant. Eine Start in einem Spitzenrennen im Ausland wird es wohl vor dem Arc nicht geben. Da bleibt nur abzuwarten, wer überhaupt Lust hat, sich im Großen Preis von Baden Baden mit Sea The Moon zu messen. Bei den ausländischen Gästen dürfte sich das Interesse ob der wahrscheinlichen Niederlage durchaus in Grenzen halten. Von den heimischen Ställen ist dagegen sicher mit einigen verwegenen Teilnehmern zu rechnen. Die Chancen stehen gegen null aber bei einem Sieg winken Ruhm und Ehre. Auch für die spätere Verwendung als Deckhengst und das eigene Rating macht sich eine Niederlage mit großen Abstand zu Sea The Moon sicher nicht besonders gut in der Vita. Der große Preis von Baden Baden dürfte daher wohl ein sehr überschaubares Starterfeld aufweisen.

Kräftemessen im Arc mit Australia, Treve & Co.

Nach dem fest eingeplanten Sieg in Baden Baden sollte es dann im Prix de l´ Arc de Triomphe zum Kräftemessen mit den internationalen Spitzengaloppern kommen. Auch hier wird Sea The Moon schon ganz vorne bei den Buchmachern gehandelt. Eine solch lohnende Quote wie bei Danedreams Arc wird es leider so schnell nicht noch einmal geben! Sollte Moonie dann den Arc de Triomphe auch noch gewinnen können, dürfte man geneigt sein, die Frage zu Stellen: " Ist Sea The Moon ein Allien?"

 

Sea The Moon Fans müssen sich wohl bis zum nächsten Start im großen Preis von Baden Baden gedulden.

Es ist durchaus die beste Route den Arc über Baden Baden anzusteuern. Die zeitlichen Abstände sind optimal und auch die Gegnerschaft ist wohl kaum so hart wie in einem Spitzenrennen im Ausland. Auch die große Danedream oder Carroll House haben vor Ihren Siegen im Prix de l´ Arc de Triomphe den großen Preis von Baden Baden gewonnen! Da das Management von Sea The Moon bisher eh hervorragende Arbeit geleistet hat, gibt es an der Marschroute nicht zu bemängeln. Auch auf dem Weg zum Derbysieger war alles perfekt geplant und das Resultat ist ja bekannt. Kein anderer Starter hatte eine optimalere Vorbereitung aufs Derby.

Ist Sea The Moon in Deutschland zu halten?

Gerade der deutsche Galopprennsport braucht dringend vierbeinige Werbebotschafter um den Galopprennsport weiter nach aussen zu tragen und ein neues Publikum anzuziehen! Denken wir nur an die Frankfurter Rennbahn, die kleinen Starterfelder sowie die sinkende Zahl der aktiven Galopper und Mutterstuten in Deutschland. Um diesen Trend vieleicht einmal stoppen zu können, bedarf es schon eines Wunders! Vieleicht ist Sea The Moon dieses Wunder für den deutschen Galopprennsport. Auch die große Danedream war ja nach Ihren grandiosen Siegen medial sehr stark in der Presse und Öffentlichkeit vertreten. Leider waren Danedream wie auch der Spitzengalopper und Monsun-Sohn Novellist nicht in Deutschland zu halten.

Ständiger Aderlass von Top Pferden ins Ausland ist kaum zu vermeiden!

Der Galopprennsport ist im Ausland einfach wesentlich besser aufgestellt und zieht ein viel größeres Publikum an. Damit verbunden sind die wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse stark zu gunsten des ausländischen Marktes verschoben. Dort steht einfach mehr Geld zum Erwerb von Spitzengaloppern zur Verfügung. Die Deckhengste lassen sich zudem wesentlich besser und zu höheren Decktaxen vermarkten. Wer würde und könnte in Deutschland schon die aufgerufenen 85.000€ für einen Sprung von Sea The Moons Erzeuger Sea The Stars bezahlen? Das Buch ließe sich nur schwerlich füllen. Der Abzug von sehr guten Zuchtmaterial ist somit leider kaum zu verhindern. Da die Vollblutzucht zudem sehr kostspielig ist und ein Gestüt immense Kosten verursacht, muss halt ab und zu einmal Kasse gemacht werden. Nach einem Sieg in Baden Baden sowie im Arc de Triomphe dürfte wohl auch Sea The Moon kaum in Deutschland zu halten sein! Abgesehen von den Angeboten im Millionenhöhe die es ja schon vor dem Derbysieg gab, dürfte sein Wert ins astronomische ansteigen. Damit einher geht natürlich auch eine entsprechende Decktaxe. Welcher Besitzer würde Ihn in Deutschland für 30.000€ belassen, wenn im Ausland je Sprung locker 100.000€ zu erlösen sind. Ein weiteres Kuriosum ist, dass es einfach zu teuer ist, Ihn wohl noch vier- und fünfjährig im Trainig zu belassen. Die Verletzungsgefahr ist bei diesem Wert einfach zu hoch und der Markt schreit schon nach neuem Blut. Leider wird der Galopprennsport wie auch das Publikum so wohl um weitere grandiose Auftritte von Sea The Moon beraubt. Ein Hoffen auf eine Rennkarriere als Vierjähriger bleibt zunächst jedoch noch bestehen. Sollte Sea The Moon aber bereits als Dreijähiger den Besitzer wechseln wird eine Laufbahn als Deckhengst wahrscheinlicher, um die hohe Kaufsumme möglichst schnell wieder einzuspielen.

Wenn Geld regiert bleibt der Sport manchmal auf der Strecke. So ist also Daumendrücken angesagt, dass man seitens des Gestüts Görlsdorf möglichst lange standhaft bleibt und uns Moonie noch viel Freude auf der Rennbahn bereitet. Von dieser Stelle aus alles Gute für eine lange, gesunde und erfolgreiche Rennkarriere Sea The Moon.

 

 

Sea The Stars

 

 

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