Der Film Phar Lap ist nicht der erwartete Märchenfilm!

Alle Freunde von Pferden müssen in dieser Verfilmung um Australiens Galoppsport-Legende Phar Lap einiges ertragen. Das geht schon mit der Einleitung des Films los, wo der erwartungsfrohe Zuschauer sogleich das Ableben von Phar Lap ertragen darf. Einziger Vorteil an dieser brachialen Einführung ist, dass man den insgesamt sehr harten Film ohne Hoffnung auf ein Happy End besser ertragen/durchleiden kann. Im Film kommen weder der Galopprennsport noch die am Pferderennsport Beteiligten besonders gut weg. Es wird ein Bild von Manipulation, Betrug und Gewalt gegenüber der Kreatur Pferd gezeichnet. Der Film Phar Lap - Legende einer Nation macht den hilflosen Zuschauer wütend. Man muss miterleben, wie ein wunderbares Pferd mit dem Herzen eines Pottwals von einem größenwahnsinnigen Trainer beinahe zu Tode geschunden wird.

Phar Lap

Phar Lap- Legende einer Nation! Der Film

Der Zuschauer erlebt Besitzer denen das schnelle Geld durch Wettmanipulation wichtiger ist, als die persönliche Ehre und der sportliche Erfolg. Ganz besonders übel wird einem beim Vorsitzenden des Australischen Jockey-Clubs. Am liebsten möchte man diese bornierte,arrogante und tierfeindliche Person mit der Gerte durch sein Büro treiben! Wie man meinen Eindrücken unschwer entnehmen kann, ist der Film Phar Lap - Legende einer Nation eben kein Disney Nachmittagsfilm, nach dem man beruhigt einschlafen  oder ein Stück Kuchen genießen kann. Als Pferdefreund brauchte ich Tage um die Missachtung der Kreatur Pferd wieder aus meinem Kopf zu bekommen. Es ist halt sehr schwer mit anzusehen, wenn so ein wunderbares Pferd für die Fehler seiner Betreuer herhalten muss. Besonders Phar Laps Trainer Harry Telfort kommt im Film nicht gut weg. Seine Person wird in etwa so sympathisch wie eine Fußpilzerkrankung dargestellt.

Der Film Phar Lap - Legende einer Nation in Kurzform.

Wir schreiben das Jahr 1928 zu Zeiten der großen Depression. Trainer Harry Telfort lässt auf der Trentham Yearling Sales  einen jungen Hengst kaufen von dessen Pedigree er begeistert ist.  Telfort lässt den jungen Hengst im Namen von David J. Davis ersteigern ohne das Pferd je gesehen zu haben. Als der junge Hengst in Australien ankommt, bekommen beide einen Schock! Sein Kopf ist mit Warzen übersät und seine Beine sind grausam. Davis fordert Telford sofort auf den jungen Hengst wieder bestmöglich zu verkaufen. Doch Harry Telfort glaubt an den jungen Hengst und pachtet Ihn für die Dauer von 3 Jahren von Davis. Harry Telfort glaubt der junge Fuchshengst sei faul und schindet Ihn bis zur völligen Erschöpfung. Trainingserfolge bleiben aus und er macht sich mit dem Pferd zum Gespött bei seinen Kollegen. In einem dieser Gespräche bekommt der junge Hengst seinen späteren Namen. Als wieder alle spotten und der Name Blitz fällt, schlägt ein Gentlemen den Namen für Blitz in seiner Heimatsprache vor "Far Lap". Da die meisten Melbourne-Cup Sieger zu dieser Zeit sieben Buchstaben hatten stellte Telfort noch ein H vor das F und der Name Phar Lap war geboren.  Phar Laps Pfleger Tommy Woodcock kommt auf die Idee den jungen aber erfolglosen Phar Lap zu Sieger zu machen. Er lässt Phar Lap mit einem Führpferd gehen und gewinnen. So soll Phar Lap lernen ein Sieger zu werden! Eine Methode die einschlägt wie eine Bombe. Der junge Phar Lap entwickelt sich zu Seriensieger und größten Rennpferd, das der australische Kontinent erlebt hat. Er gewinnt das AJC Derby (1929), Victoria Derby (1929), die Linlithgow Stakes (1930), Futurity Stakes (1930), Melbourne Cup (1930), die Chipping Norton Stakes (1930) die Cox Plate (1930 & 1931) sowie die Underwood Stakes (1931) und das berühmte Rennen im Agua Caliente Handicap im Jahr 1932. Zudem siegte Phar Lap noch in diversen Ausgleichsrennen/Altersgewichtsrennen. Nach seinen großen Erfolgen im Heimatland wird Phar Lap vom Jockey Club mit immer höheren Gewichten belegt, die ein Gewinnen unmöglich machen. Doch das Wunderpferd, Red Terror oder auch einfach nur Bobby wie Phar Lap liebevoll vom Tommy Woodcock genannt wird, gewinnt dank seines großen Herzens weiter. Da die Wettmafia durch die Wettmanipulation von Besitzer Davis Millionen verlieren kann, versucht sie Phar Lap umzubringen. Er und Tommy Woodcock kommen nach einer nachmittaglichen Trainingseinheit nur knapp bei einem Anschlag mit dem Leben davon! Da Trainer Telfort sich mit seiner Trainingsanlage hoffnungslos verschuldet hat, lässt Telfort Phar Lap überall antreten um liquide zu bleiben. Selbst mit einem gespaltenen Huf muss der arme Phar Lap noch in den Wettkampf treten. Diese Verletzung macht sich auch vor dem Agua Caliente Handicap 1932 bemerkbar. Da es im Australien inzwischen zu gefährlich für Phar Lap geworden ist, hat man Ihn nach Mexico überstellt. Dort gewinnt der prächtige Fuchs trotz Hufverletzung das wertvollste Pferderennen der Welt zu dieser Zeit. Am 5 April 1932 kommt Phar Lap unter mysteriösen Umständen ums Leben. Tommy Woodcock findet Phar Lap mit erhöhter Temperatur und großen Schmerzen in seiner Box. Innerhalb weniger Stunden verstirbt die Legende Phar Lap. Für Jahrzehnte machen Gerüchte um eine Vergiftung Phar Laps die Runde. Inzwischen vermutet man eine bakterielle Infektion als Todesursache. Phar Lap war aber auf jeden Fall ein Pferd das Rennsportgeschichte geschrieben hat. Jetzt da wo die Namen seines Besitzer und Trainers längst vergessen sind, lebt der Namen Phar Lap in den Herzen der Menschen weiter. R.I.P. Phar Lap.

 

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