Der Aderlass bei den deutschen Spitzengaloppern geht unverändert weiter.

Drehte sich das Besitzerwechsel-Karoussel bereits vor und nach dem Deutschen Derby mächtig, so hat es jetzt einen der Spitzen-Zweijährigen des Jahrgangs erwischt!

Sherlock nach seinem Sieg in Köln.

Sherlock nach seinem Sieg in Köln.

Wie letzte Woche bekannt wurde, hat man Sherlock den Areion Sohn aus der Sun Valley nach Hong Kong verkauft. Er ist ein weiteres Produkt vom so erfolgreichen Areion/Lando Cross. Bei dieser Anpaarung dürfen Züchter für einen überschaubaren Geldbetrag großes erwarten. Die Erfolgsbeispiele der letzten Zeit belegen eindrucksvoll die Kraft dieses Nicks.

Die deutsche Zucht verliert durch den Verkauf einen potentiellen Deckhengst-Kandidaten!

Belegt wird dieses durch die Aussage seines Trainers M. Rulec, der seinen Erfolg als Zweijähriger auf seine große Klasse begründet und weniger Frühreife als Erfolgsfaktor ansieht. Aus Ihm wäre mit weiterer Reife ein sehr guter Dreijähriger geworden gab der Trainer zu verstehen. Da sein Vater Areion inzwischen auch schon etwas in die Jahre gekommen ist und noch keinen Stammhalter von Format hinterlassen hat, schmerzt der Verlust von Sherlock umso mehr. Gerade auf der Meile hätte Sherlock sicher 2015 den einen oder anderen Gruppe-Treffer landen können.

Sherlocks Karriere in Kurzform.

Zunächst debutierte er in Baden Baden als 6 von 8 zum Sieger Aspasius noch recht verhalten. Beim zweiten Start im Preis Sherlock siegt unter Eduardo Pedrozades Porschezentrums Köln lief es als Sieger gegen eine gewisse Bourree schon viel besser. Bourree ist ja wie bekannt die aktuelle Winterkönigin. Seinen dritten Start im Kölner Preis des Winterfavoriten kann man ebenfalls als Erfolg verbuchen. in dieser traditionsreichen Gruppenprüfung war Sherlock vielleicht einen Tick zu früh vorne und wurde auf den letzten Meter noch von Brisanto einem Nachkommen des Weltklasse-Beschälers Dansili abgefangen. Der zweite Platz war also keine Schande sondern eine weitere Steigerung.

Sherlock mit klasse Leistung im Criterium International Gr.1 Saint-Cloud.

Sein letzter Start gipfelte wohl auch in seiner besten Leistung als guter Dritter im Criterium International G1 zu Spitzenpferden wie Vert De Grece und Johnny Barnes. Das sah man wohl auch im fernen Hong Kong so und sichert sich den jungen Hengst für heimische Interessen in der Kronkolonie.

Es bleibt abzuwarten wie lange die deutsche Zucht und auch der Galopprennsport hierzulande noch diesen ständigen Sherlock siegt unter Eduardo PedrozaAbgang seiner besten Vertreter verkraften kann. Pferde wie Novellist, Danedream oder Protectionist wachsen nicht beliebig nach und an einen Super-Star wie die US-Stute Zenyatta vermag ich nicht zu glauben. Der Verkauf der Besten ist aber bei den Preisen die gezahlt werden aus logischer Betrachtung nicht zu vermeiden. Nur der deutsche Galopprennsport als auch die Vollblutzucht an sich werden so besserer Perspektiven beraubt. Bleibt nur zu hoffen, dass Ihm ein Schicksal als Wallach erspart bleibt, was aber am neuen Standort eher eine unvermeidbare Tatsache ist.

 

 

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