Steht der deutsche Rennsport vor dem Ausverkauf?

Shimrano

Shimrano cantert in Hannover

Nach moderaten Abgängen deutscher Spitzengalopper in den letzten Jahren, scheint der Trend in den letzten Wochen fast explodieren. Waren es bei Käufen wie Danedream oder Novellist noch gezielte horsepicking Aktionen, so wird die deutsche Galoppszene jetzt regelrecht leer gekauft, wie die Verkäufe von Sherlock, Ivanhowe, Feodora und Shimrano innerhalb weniger Tage belegen. Hatte man sich bis vor kurzen noch auf bereits in der Grand Prix Szene etablierte Protagonisten beschränkt, wird jetzt bereits bei den Jüngsten herzhaft zugegriffen!  Die Verkäufe von Sherlock und Shimrano sind daher schon als ein ernstes Warnsignal zu sehen, dass dem deutschen Galopprennsport sowie der Vollblutzucht der Ausverkauf durch finanzstarke Länder wie Australien, Japan & Co. droht.  Die deutsche Vollblutzucht hat international einen glänzenden Ruf, was ja die herausragenden Erfolge von Danedream, Novellist und Protectionist in den letzten Jahren eindeutig belegt haben. Die wirtschaftliche Situation dagegen ist eine einzige Katastrophe. Die meisten Aktionen verlaufen im Sande oder werden nur halbherzig umgesetzt. Selbst gestandene Trainer und andere Aktive haben inzwischen ernsthafte Existenzsorgen. Deckhengste lassen sich aufgrund der Situation nur schwer vermarkten und so wandern die besten Stallion-Prospects ebenfalls ins Ausland ab. Bei den Rennstuten mit Format sieht es nicht anders aus. Auch hier wird gerne zugegriffen und viele wertvolle Blutlinien wandern ab. Das wird auf lange Sicht kaum zu kompensieren sein. Wenn da noch die Stars von Morgen bereits als Youngsters verkauft werden kann es einem schon kalt den Rücken runter laufen.

Deutsche Blutlinien sind stark gefragt.

Shimrano

Shimrano wurde verkauft.

Besonders Shimrano ist als Hengst mit der Abstammung vom deutschen Jahrhundert-Stallion Monsun natürlich begehrenswert. Das haben auch die Australier erkannt und beim hoffnungsvollen Shimrano zugeschlagen. Nach einer erfolgreichen Rennsaison 2015 wäre er sicher nicht günstiger geworden. Durch seinen überlegenen Sieg in Hannover war Shimrano zuletzt einer der Favoriten auf den Sieg im deutschen Galopp-Derby 2015 in den Langzeitwettmärkten. Er soll aber zunächst in Deutschland verbleiben und seine dreijährigen-Kampagne absolvieren. Dann steht sicher ein Wechsel nach Down Under an.

Ein Vollblutgestüt ist kein Ponyhof.

Unter diesem Aspekt muss man wohl den sicher sehr lukrativen Deal um Shimrano sehen. Den jungen Hengst wollte auf der BBAG-Jährlingsauktion niemand so richtig haben. So kaufte das Gestüt Brümmerhof Shimrano für 100,000 Euro einfach zurück. Eigentlich sehr erstaunlich für einen der letzten Monsun Nachkommen. Da der Hengst zudem noch bestehend aussieht, müssen sicher wohl wieder mal einige Agenten blind gewesen sein! Für das Gestüt Brümmerhof sollte sich das warten aber durchaus gelohnt haben. Wenn hierzulande halt keiner das Geld zum Kauf der guten Pferde hat, wandern diese weiter munter ab. Wer wie das Gestüt Brümmerhof über Jahre hinweg Pferde züchtet die höchstes internationales Niveau repräsentieren darf auch einen fairen Lohn/Preis für seine Arbeit verlangen. Positiv ist zudem, dass Shimrano seine Dreijährigen-Kampagne noch in Deutschland bestreitet. Bei Racebets ist Shimrano aktuell mit einer Quote von 250:10 der Favorit im Langzeitwettmarkt auf den Derbysieg 2015.

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