Der Ausverkauf deutscher Spitzengalopper geht munter weiter.

Ivanhowe verkauft!

Ivanhowe wechselt in australischen Besitz!

Der Soldier Hollow Sohn und mehrfache Gruppe 1 Sieger 2014 Ivanhowe wurde nach Australien verkauft. Die Freedman-Brüder werden Ihn künftig trainieren. Dort soll der fünfjährige seine Rennkarriere fortsetzen. Zuerst geht es aber nach England wo Ivanhowe eine dreiwöchige Quarantäne-Zeit überbrücken muss, bevor es weiter nach Australien seiner neuen Heimat geht. Für seinen Trainer Jean-Pierre Carvalho sicher ein herber Verlust, war Ivanhowe doch sein Karrierehöhepunkt als Trainer. Da Gruppe 1 Pferde nicht beliebig auf den Bäumen nachwachsen, reißt Ivanhowe´s Verkauf eine weitere Lücke ins deutsche Grand Prix Lager. Der in der Rennsaison 2014 so großartig gesteigerte Ivanhowe gewann schließlich den Grossen Preis von Baden gegen keinen geringeren als Sea The Moon und war auch im Grossen Preis von Bayern nicht zu beeindrucken. Bei seinem letzten Start 2014 im Japan Cup belegte Ivanhowe einen respektablen 6. Rang. Laut Mitbesitzer Johnny O´Neill hat man mit Ivanhowe in der Rennsaison 2015 einiges vor. So wurden bereits die Queen Elisabeth Stakes als mögliches Ziel genannt. Aber auch andere Fernziele wie der Melbourne Cup sind sicher im Focus. Für das Gestüt Schlenderhan dürfte der Verkauf sicher ein sehr lukrativer Deal gewesen sein, bei dem einige Millionen geflossen sein dürften. Die deutsche Rennsportgemeinde sowie die Vollblutzucht hierzulande verliert dagegen ein weiteres Aushängeschild. Angesichts dieser Tatsache fragt man sich schon, wie es auf längere Sicht so noch weiter gehen soll. Man stelle sich nur einmal die Fußball-Bundesliga oder gar die Champions-League ohne Superstars wie Messi, Ronaldo & Co. vor. Wer würde da noch zu den Spielen gehen oder sich die TV- Übertragungen ansehen. So ergeht es gerade dem deutschen Galopprennsport! Es gibt immer weniger Pferde im Training da weniger aktive Besitzer. Der aktive Nachwuchs fehlt auf breiter Basis und die Rennvereine kämpfen ums überleben. Auf vielen Bahnen sind zudem die Renntermine seit Jahren stark rückläufig und auch die Wettumsätze gehen immer weiter zurück. Nur die deutsche Vollblutzucht ist eine internationale Erfolgsgeschichte an sich. Doch wird durch den ständigen Aderlass jetzt auch noch die letzte Bastion eingerissen! Ohne vierbeinige Top-Sportler dürfte es auf Dauer nicht zu schaffen sein, wieder mehr Besucher oder gar neues Wettpublikum auf die deutschen Rennbahnen zu locken. Das mediale Interesse am Galopprennsport ist in Deutschland seit Jahrzehnten im Vergleich zu anderen Sportarten mit Null zu bewerten. In anderen Sportarten werden die Stars werbewirksam vermarktet und die jeweilige Sportart profitiert gleichermaßen. Im Galopprennsport verkauft man lieber seine Stars und der Sport stirbt munter weiter. Bleibt zu hoffen, dass wir noch einige Jahre Pferderennen made in Germany erleben dürfen. Möge sich Ivanhowe in Australien gut einleben und Reklame für die Vollblutzucht machen. Die Folgen dürften wohl jedem bekannt sein!

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