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William Hill Deutsch

Mein erstes Erlebnis mit dem Führring war im Alter von 11 Jahren und verzauberte mich!

FührringWie alle Rennsport-Begeisterten fing auch ich einmal mit dem ersten Rennbahnbesuch an. Mein Vater erzählte mir damals kurz vor dem Ereignis, dass wir am Sonntag einmal die Galopprennbahn in Langenhagen besuchen werden. Da ich mich schon zu diesem frühen Zeitpunkt sehr für Pferde interessierte, war ich sofort Feuer & Flamme. Ich konnte die Tage bis zum Rennbahnbesuch kaum noch abwarten. Meine Oma bestückte meine Wettbörse noch mit 20 DM und aus meinem Sparschwein zwackte ich auch noch 30 DM ab. So betratt also ein neuer junger Wetter und Galoppfreund zum ersten mal eine Rennbahn. Ein Besuch mit weitreichenden Folgen, den ich wurde sofort vom Virus Galopprennsport infiziert und nie wieder geheilt! Zu dieser Zeit, es war Ende der 70er Jahre, waren die Rennbahnen noch richtig voll. Auf der Neuen Bult war noch der alte kleine Führring aktiv, der heute als Absattelring und für die Siegerehrungen genutzt wird. Es gelang uns aber mit einigen Anstrengungen einen guten Platz am Führring zu ergattern. Da stand ich nun also, aufgewühlt und benommen vom tollen Flair und der Atmosphäre am Führring. Die wunderschönen Galopper zogen mich sofort in Ihren Bann und ich wollte meine erste Wette platzieren.

Die erste Wette beim Pferderennen gleich ein Treffer!

FührringMeine Wahl war auf die Startnummer 2 gefallen. Einen prächtigen schwarzen Hengst der temperamentvoll durch den Führring tänzelte. Den Namen habe ich nach so vielen Jahren leider nicht mehr zur Hand, aber der sollte es sein. So ging es also mit meinem Vater zum Wettschalter, wo man damals die Wette noch ansagen musste! Ich entschied mich wie fast alle Anfänger für eine Platzwette und setzte meine ersten 20 DM auf Platz.  Als auch mein Vater seine erste Wette platziert hatte ging es ab zum Zielpfosten, wo wir gespannt dem Start entgegenfieberten. Dann ertönte das Signal und das Rennen ging ab. Mein Pferd war gleich im Vordertreffen und auch im Ziel noch unter den ersten Drei! So hatte ich also anders als mein Vater den ersten Wetttipp gleich verwandelt. Der Gang zum Führring hatte sich gelohnt, da ich das Pferd anders wohl nie gewettet hätte und ich bekam auch noch 70 DM für meine eingesetzten 20 DM zurück! Was für ein Erfolg für einen jungen Wetter. Wir verlebten noch einen schönen Renntag und wurden ab diesem Renntag zu treuen Stammbesuchern der Galopprennbahn. So waren wir jeden Renntag aktive Besucher unter dem Motto " wenn der Vater mit dem Sohne zocken geht". Bis zum leider sehr frühen Tod meines Vater besuchten wir immer zusammen die Neue Bult und der Gang zum Führring war  Pflicht. Danach musste ich als jugendlicher die Rennen alleine besuchen, wenn ich nicht gerade meine Mutter zu einem Rennbahnbesuch überreden konnte. Für einen Besuch der Pferderennbahn war mir aber so gut wie kein Weg zu weit und so nahm ich die 90 minütige Anreise mit Bus und Bahn gerne auf mich, um nur dabei zu sein. Ich kann wohl behaupten in den darauf folgenden Jahrzehnten kaum einen Renntag auf der Neuen Bult verpasst zu haben. Das waren zu damaligen Zeiten verdammt viele, mit über 20 Renntagen pro Saison! Die Rennen waren toll besetzt, da der Galopprennsport blühte und sich viele tausend Galopper in Training befanden. Hannover war die Hochburg des Hindernis-Rennsports mit Ausnahmegaloppern wie Cognac, Whisky Pur, Oldtimer, Registano und anderen Größen. Ich durfte die ersten Starts von Monsun, Oldham, Lando und vielen Lokalmatadoren wie Paprika, Roderich, Wingate oder dem großen Saddex miterleben. Zu den großen Renntagen wie Volkswagenrenntag oder bei den großen Hindernisveranstaltungen platzte die Bahn aus allen Nähten und man konnte den Führring kaum erreichen oder gar eine Wette platzieren. Ein Rückblick der sehr wehmütig macht, wenn man sich die heutigen Minifelder ansieht, die vom Start gehen. Leider hat sich auch Zahl der Rennbahnbesucher sowie der aktiven Galopper radikal reduziert. Der Hindernis-Rennsport findet so gut wie überhaupt nicht mehr statt und echte Wettrennen mit großen Startfeldern gibt es fast nur noch bei den  Meetings.
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Der Führring dient dazu, dem Wettpublikum vor dem Start einen Blick auf die Teilnehmer zu ermöglichen.

Diese Chance sollten Sie unbedingt wahrnehmen! Schwitzt Ihr Favorit oder befindet er sich zu einem frühen oder späten Renntag noch im Fellwechsel? Glänzt das Fell oder ist es lang und struppig? Sind die Beine bandagiert oder schlägt Ihr Pferd zwischen den Hinterbeinen Schaum? Ist Ihr Kanditat besonders nervös oder hengstig? Wie sieht Ihr Pferd im Vergleich zu den Konkurrenten aus. Ragt er aus dem Starterfeld als king of the ring heraus oder ist er eine kleine Mickey Maus? Ist der Trainer vor Ort und sind die Besitzer angereist? Alle diese Hinweise und vieles mehr können Sie durch einen Gang zum Führring bekommen. Sie können mit Ihrem Nachbarn am Führring diskutieren oder versuchen einen Kontakt zum Pferd zu bekommen. So etwas kommt gar nicht so selten vor. Sie sehen ein Pferd und denken das gewinnt, was dann auch eintritt. Leider geht es auch in die andere Richtung, wie ich an einer kurzen und sehr schmerzhaften Geschichte darlegen will.

Das richtige Pferd gefunden und nach Gang zum Führring verworfen!

FührringDie Geschichte geht noch in die Zeit zurück, als die Dreierwette in beliebiger Reihenfolge zahlte, wenn sie niemand korrekt vorausgesagt hatte. Es war ein Renntag in Düsseldorf. Ich hatte mich rechtzeitig ( 2 Tage vor Rennbeginn ) mit der Sportwelt bewaffnet. Da saß ich nun und grübelte über den einzelnen Rennen. Wenn man sich wirklich intensiv mit den Rennen auseinander setzt, findet man fast immer ein gutes Pferd für eine Wette. So war es auch in diesem Rennen einem Ausgleich 4 mit 13 Startern. Meine Wahl fiel auf die Nummer 8 den Namen habe ich leider wieder einmal vergessen. Das Pferd hatte eine aufsteigende Formkurve 9-6-4 und war laut Sportwelt einer der großen Außenseiter. Da auch die anderen Teilnehmer keine Granaten waren, dachte ich doch besser ein Pferd mit frischer aufsteigender Form wetten, als Pferde, die mal Zweiter oder Dritter waren. Je länger ich das Rennen nun Analysierte, umso überzeugter wurde ich von meiner Nr.8. So ging es dann auch auf die Reise nach Düsseldorf. Bewaffnet mit ausreichend Kapital zum finalen Schlag. Die ersten 3 Rennen liefen so lala mit einem kleinen Gewinn und die Spannung in mir auf mein 4. Rennen stieg weiter an. Dann war es soweit. Die Starter zum 4. Rennen betraten den Führring und ich bekam einen riesigen Schreck. Mein Bock-Pferd war eher eine mittelmäßig Erscheinung und schwitzte sehr stark obwohl die Temperaturen recht kühl waren. In mir kamen ernste Zweifel auf. Konnte diese Pferd wirklich das Rennen gewinnen? Wohl eher nicht, aber vielleicht an 2/3 Stelle so meine Überlegung.

Bitte niemals von gut analysierten Tipps runter gehen!

FührringAnstatt die 8 wie ausgearbeitet an 1/2 zu stellen, spielte ich nun an Platz 2/3 und hängte sieben Pferde in der Kombination an. Dann ging das Rennen ab und es sah alles ganz gut aus. Meine Nummer 8 war im Mittelfeld des Rennens zu finden, während sich die Favoriten in Vordertreffen tummelten. Als es dann auf die Zielgeraden ging, starb ein Favorit nach den anderen ab und Außenseiter aus meiner Kombireihe drängten nach vorne. Doch wo war meine Nummer 8? Wie nicht anders zu erwarten gewann Sie trotz schwitzen leicht und locker überlegen das Rennen. Keiner hatte den Ausgang des Rennens richtig vorhergesehen und so zahlte die Wette 68.000:10 DM Einsatz in beliebiger Reihenfolge. Das heißt, ich hätte die Wette ja immer noch trotz meiner Dummheit getroffen, wäre da nicht ein netter Rennbahnbesucher gewesen. Ich musste nach dem Rennen  verständlicherweise erst einmal Frust ablassen. So zeigte ich Ihm meinen Wettschein mit der vermeintlichen Niete und entsorgte diesen dann unter seinen Augen im Papierkorb. Ich zog verärgert ab und wollte mich gerade dem 5. Rennen widmen, als über die Lautsprecher schallte: "Die Dreierwette ist nicht getroffen und zahlt in beliebiger Reihenfolge 68.000:10 Einsatz". Ich eilte zum Papierkorb aber da war wohl der freundlich Wetter von vorher schneller, denn mein Wettschein war verschwunden. So bescherte mir der Gang zum Führring einen der schlimmsten Renntage meiner Wettkarriere sowohl mental wie finanziell.

Im Führring das richtige Pferd gefunden.

Es geht aber auch anders. Einmal entdeckte ich in Hannover in einem zweijährigen Rennen mit sieben Startern 3 Pferde die mir besonders gut gefielen. Ich warf einen kurzen Blick auf die Abstammung der Drei und stellte Sie dann entsprechend meines Ratings 1-2-3 geradeaus für 70 DM Einsatz je Wette in der Dreierwette. Was dann kam war eine der geilsten Dreierwetten meines Lebens! Die Drei setzten sich bereits vor erreichen der Zielgeraden weit von den anderen Teilnehmer ab. Wie an der Perlenkette gezogen galoppierten nun meine 3 Pferde in genau der richtigen Reihenfolge mit großen Abständen von einander die Zielgerade bis ins Ziel hinunter. Da konnte schon 300m vor dem Zieleinlauf nichts mehr passieren. Ich konnte die Wette voll genießen und gewann bei einer Quote von 400:10 DM Einsatz schöne 2.800 DM.

Royal Abjar der king of the ring!

Auch hier war es wieder ein zweijährigen Rennen mit sehr vielen Startern zum Ende des Renntages. Wie gesagte damals starteten noch richtig viele Galopper in den einzelnen Prüfungen. Es waren viele aussichtsreiche und gut gezogene Pferde im Starterfeld zu finden und auch die Abstammungen der Kandidaten waren vielversprechend. So platzierte ich mich am Führring um die einzelnen Youngsters zu begutachten. Ich hatte mir schon einige Teilnehmer ausgeguckt aber dann betrat Royal Abjar den Ring. Was für eine Erscheinung. Die Abendsonnen tauchte seine kupfer-goldenes Fell in ein magisches Glänzen. Sein muskelbepackter Körper war der eines vierjährigen Spitzengaloppers.Er war auffallend bunt und schön gezeichnet, kurzum eines der schönsten Pferde die ich je gesehen habe! Und dann noch diese Siegquote. 70:10 Einsatz gab es auf einen Sieg des imposanten Fuchshengstes. Manchmal fragt man sich, ob den alle anderen blind sind. Ich ging "all in" auf Sieg und erlebte wie er die anderen Teilnehmer in Grund und Boden galoppierte. Später wurde aus Ihm ein internationaler Galopp-Star.

Der Gang zum Führring lohnt immer.

FührringViele passionierte Wetter sind so in Ihre Wettleidenschaft vertieft, dass Sie den Gang an den Führring fast schon als Bestrafung ansehen. Mir sind viele Protagonisten bekannt, die es während des gesamten Renntags nicht für nötig erachten, mal einen Blick in den Führring zu werfen. Wie soll sich da ein Auge für den Sportler Pferd entwickeln oder wie sollen die Partner oder Kinder für den Rennsport begeistert werden? Von Stehplatz am Wetttresen dürfte der Funke kaum überspringen. Wenn man die einzelnen Pferde live gesehen hat, kann man Sie auch später online wesentlich besser zueinander in Relation setzen und Rating vornehmen. Die Pferdewette ohne die Liebe zum Pferd ist für mich persönlich nicht vorstellbar. Daher gehört zu jedem Rennbahnbesuch auch unbedingt der Gang zum Führring vor den einzelnen Rennen.

Für den Sportler Pferd dient er zur Auflockerung und um vor Rennbeginn noch einmal vom Rennbahntierarzt begutachtet zu werden. Die Besitzer können sich mit Ihren Galoppern präsentieren und die Rennsponsoren können für Ihr Unternehmen werben. Das gehört alles dazu, denn ohne Rennsponsoren keine Rennpreise, keine Pferderennen und Wetten! Zudem erhalten die Jockeys vom Trainer die Reitorder für das bevorstehende Rennen im Führring.

 

 

 

 

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