Der Weltenbrand im deutschen Galopprennsport ist voll entfacht!

Galopprennsport

Die Bremer Galopprennbahn könnte ein weiteres Opfer der Götterdämmerung im deutschen Galopprennsport werden!

Ja so dramatisch muss man die aktuelle Lage im deutschen Galopprennsport leider bezeichnen, wobei sich das Feuer des Niedergangs bereits seit Jahrzehnten entfacht hat und nach Jahren des dahin schwelen jetzt zu einem kaum noch aufzuhaltenden Flächenbrand ausgeweitet hat. Ob aus diesem Weltenbrand wie in der isländischen Mythologie eine neue und bessere Turfwelt entsteht, darf jedoch stark bezweifelt werden. Ein Brandherd nach dem anderen kommt auf die Macher im deutschen Galopprennsport zu. Auf der einen Seite greifen der DFB sowie die Kommunalpolitiker nach der Galopprennbahn in Frankfurt, wo jetzt ironischerweise und passend zum Titel dem Rennverein auch noch das Wasser abgestellt wurde. Auf der anderen Seite wird dem Bremer Rennverein vonseiten der Städteplaner und Immobilienspekulanten heftig zugesetzt, um dass Filetstück Bremer-Galopprennbahn im schönen Ortsteil Vahr auszubeuten und zu Grabe zu tragen.

Ein Umstand der einen schon verwundert, den noch vor kurzen wurden über 10 Mio. Euro in das Projekt Bremer-Galopprennbahn gesteckt und sogar ein Hotel auf dem Gelände erbaut. Die Bahn steht optisch besser dar denn je und auf einmal, soll auch hier, einem Sportverein mit über 150 jähriger Tradition seine Grundlage und Berechtigung entzogen werden. So wie es momentan aussieht, wird die Galopprennbahn im Bremen schon bald Geschichte sein! Laut Wirtschaftssenator Günthner geht es nicht mehr darum, ob das Ende kommt, sondern nur noch darum wann. Schon im Jahr 2018 sollen auf dem Areal der Bremer-Galopprennbahn bis zu 1000 Wohneinheiten entstehen. Möglich wird dieser Schritt durch einen Passus im Pachtvertrag, welcher die Aufkündigung desselben unter der Voraussetzung der Bebauung zur Schaffung von privatem Wohnraum vorsieht. Ein sehr nettes und leider für den Bremer-Rennverein wohl tödliches Schlupfloch im Pachtvertrag. Das Aus des Bremer-Rennvereins und damit auch das Ende von Galopprennen in der Bremer Vahr findet der Senator verschmerzbar. Da dient ihm die desolate Situation im deutschen Galopprennsport geradezu als Steilvorlage, um seine Entscheidung zu rechtfertigen. Auch wenn es im Bremen seit dem Umbau wieder beständig bergauf ging und die Zukunft durchaus rosig aussah, wird einfach pauschal der gesamtdeutsche Galopprennsport zur Bewertung herangezogen und schon sind die Kritiker mundtot gemacht. Aber auch in Neuss, das noch diesen Winter zumindest mehr oder weniger erfolgreich Sandbahnrennen veranstaltet hat, ist ins Visier von Immobilieninvestoren geraten. Hier plant man auf dem so zentral gelegenen Gelände des Neusser-Rennvereins, neue Wohneinheiten und Gewerbeflächen zu erschließen. Ob eine Stadt wie Neuss unbedingt neue Gewerbeflächen benötigt sei bei diesem Sachverhalt einmal dahingestellt.  Vielen Rennvereinen wird ihre gute Lage zum Verhängnis.

Große parkähnliche Anlagen in Topcitylage sind nun einmal Sahnestücke, nach denen viele Spekulanten und ihnen zugeneigte Lokalpolitiker begehrlich schielen. Wenn die Hausherren dann noch finanziell angeschlagen sind und nicht über die richtige Lobby verfügen, sowie die nötige öffentliche Unterstützung fehlt,  wittern einige umtriebige Geschäftsleute und ihre Schergen fette Beute. Nun ist zu allem Ungemach auch noch das beschauliche Gestüt Bad Harzburg als Brandherd dazugekommen. Die Nord-LB möchte sich nach Jahrzehnten als mehr oder weniger erfolgloser Gestütsbetreiber aus der Verantwortung im Galopprennsport zurückziehen. Welche Folgen da für das Gestüt, sowie den Harzburger-Rennverein  und das Galoppmeeting in Bad Harzburg entstehen, steht noch aus. Ein Schritt aber, den man zumindest noch einigermaßen nachvollziehen kann, wenn man an kühl rechnende Banker und die vorherrschende Situation denkt. Doch leider ist dieser Schritt eben auch ein weiterer Sargnagel für den deutschen Galopprennsport.

Es mangelt dem deutschen Galopprennsport aber auch nicht an Nebenkriegsschauplätzen.

Wer die Winterrenntage auf den Galopprennbahnen in Dortmund und Neuss besucht hat, dem konnte es schon Angst und bange werden. Zugegeben die durch den Hauptsponsor PMU vorgegebenen Renntermine an den Wochentagen waren sicher nicht das gelbe von Ei aber ohne die PMU wären wohl die Lichter noch viel eher ausgegangen. Das ein Sponsor wenn er sich schon in erheblichen Umfang finanziell beteiligt seine Interessen durchdrückt, ist nur legitim und zeigt, welchen beispiellosen Niedergang die Marke Galopprennsport in Deutschland vollzogen hat. Auf der Rennbahn konnte man an den Winterrenntagen problemlos jeden Besucher persönlich mit Handschlag begrüßen, wenn man sich den im Dunkeln durch die halb geöffneten Tore und Zaunlöcher bei kostenlosem Eintritt, überhaupt auf die Rennbahn getraut hat. Auf der Bahn waren dann die Aktiven im Führring und Absattelring überwiegend unter sich. Auch in den Innentribünen und an den Wettkassen gähnende Leere! Wer an so einem Renntag als Neuling das erste Mal eine Rennbahn besucht wird diesen Schritt höchstwahrscheinlich nicht ein zweites Mal unternehmen. Kein Flair, keine Atmosphäre und der Charme sich auf irgendeiner Hinterhofveranstaltung zu befinden, setzen selbst dem härtesten Turfisten mehr als erträglich zu. Nach dem Genuss eines so erlebten Winterrenntages kann einem wohl nur der Sieg des eigenen Galoppers auf die Beine helfen. Neues Publikum kann man so aber sicher nicht für den deutschen Galopprennsport gewinnen. Ein Problem das sich aber wieder von selbst erledigt, da die Besucher aufgrund der Terminierung und mangelnder Eigenwerbung der Veranstaltung einfach fernbleiben. Auch der Start der Rennsaison in Krefeld ging nach Aussagen einiger Rennbahnbesucher doch ziemlich in die Hosen. Die ersten Besucher wurden gleich durch die auf 4,00 Euro erhöhte Parkgebühr abgeschreckt, die aber zur Finanzierung der Veranstaltungen dringend notwendig und somit legitim ist. Wenn man denn die Wettkunden vor Ort richtig abholen würde, wäre dieser Schritt vielleicht aber nicht unbedingt nötig gewesen, um gleich auf dem nächsten Missstand zu sprechen zu kommen.Das neu eingeführte Wettsystem nebst Automaten und diversen Veränderungen verwirrte Wetter und Personal gleichermaßen. Neue Wetteinsätze, keine Möglichkeit für gewisse Kombi-Dreierwetten und schlecht geschultes Personal führten dazu, dass wohl so mancher Euro verschenkt wurde und auch einige Besucher den Renntag lieber wieder zu Hause vor dem PC genießen werden, wo Sie bei wenigsten wie gewohnt die Pferdewetten tippen können, die Sie möchten und Ihr Wettlimit frei bestimmen können. Weitere Ausführungen dieses Dramas möchte ich mir zum Wohle meine Gemütslage ersparen.

Volle Bahnen leere Kassen!

Wett-Tipps für Pferdewetten

Im deutschen Galopprennsport ist Flaute am Wettschalter.

Ein weiterer Brüller sind die Wettumsätze im deutschen Galopprennsport. Was so möglich ist, zeigt das Ausland aber da sollte man lieber nicht nachschauen, weil man die Zahlen eh als fabulös abtun und vor Ehrfurcht erblassen würde. Wenn jetzt im Frühling die Grasbahnsaison beginnt, sind die Rennbahnen bei schönem Wetter zumindest wieder gut besucht. Viele Rennvereine werben trotz klammer Kassen mit freiem Eintritt oder ein großer Sponsor vergibt Freikarten, um treue Kunden und neue Besucher auf die Rennbahn zu locken. Der Rennverein hat aufgrund des Niedergangs vermeintlich eh keine Wahl und verscherbelt seine Marke weiter, um überhaupt Menschen auf die Rennbahn zu bekommen. Die Qualität der Besucher, die durch diese Gratisphilosophie angelockt werden, bricht den Veranstaltern dann aber langsam das Genick. Die Wettumsätze liegen je Wetter und Rennen auf mancher A-Bahn bei 3,50 Euro! Die Besucher werden einfach nicht abgeholt und an den Wettschalter herangeführt. Sie stehen lieber an Bierbuden oder Ständen herum und das eigentliche Galoppevent geht komplett an ihnen vorbei. Statt Freikarten müssten endlich mal Wettgutscheine von den Sponsoren vergeben werden, um einen neuen Stamm von treuen Wettern aufzubauen. Da ist es allerdings mit ein paar Euro je Gutschein nicht unbedingt getan. Die Gutscheine müssten schon von 20,00 Euro bis 100,00 Euro gehen und nur an einem bestimmten Renntag gültig sein. Für die Abwicklung müssten, um nicht auch noch die letzten treuen Zocker zu vergraulen, entsprechende Sonderschalter eingerichtet werden. So könnten die hoffentlich zukünftigen Stammwetter langsam und für alle verträglich ans Wettgeschäft herangeführt werden. Wenn in einer Schlange von 6 Personen fünf nicht in der Lage sind, einen Wettschein richtig auszufüllen, läuft etwas gehörig schief. Diese Besucher können ja nichts dafür, als Folge läuft aber auch noch der letzte Stammzocker davon und wettet lieber stressfrei bei einer Tasse Kaffee vom heimischen PC. Der Todesstoß für die heimischen Rennvereine. Der Rennbahnbesuch ist als Ereignis und Termin weit weg vom Glanz früherer Tage gerückt. Die Marke Galopprennsport hat in der Öffentlichkeit null Image und nur so sind die ständigen Gratisaktionen zu erklären, die weitere Löcher in die Vereinskassen reißen. Wenn ich einen schönen Renntag mit sportlich hochwertigem Programm und buntem Rahmenprogramm besuchen möchte, so habe ich dafür halt auch einen gewissen Betrag für Eintritt etc. zu entrichten. Selbst der Besuch im Fußballstadium ist heute kaum noch unter 50,00 Euro je nach Spiel möglich. Beim Zoobesuch ist man als Familie schnell mal 100,00 Euro und mehr los aber das Geld wird bezahlt! Nur auf der Galopprennbahn erwartet man kostenloses Parken direkt vor der Tür, freien Eintritt und Entertainment der Spitzenklasse für lau. So etwas funktioniert auf Dauer nicht und wo es hinführt, belegen ja die gegenwärtigen Umstände in aller Deutlichkeit. Die so teuer erkaufte und nur oberflächlich heile Welt am Renntag mit voller Bahn hat keine Substanz und ist nicht mehr als eine hohle Luftnummer um weitere Missstände zu kaschieren. Vielleicht sind aber auch einmal alle Aktiven und treuen Rennbahnbesucher zur Mithilfe aufgerufen. Wie wäre es den einmal mit engagierter Eigenwerbung im Kollegen- und Bekanntenkreis für einen Rennbahnbesuch? Ich habe diesen Schritt bereist mehrfach praktiziert und die Bekannten so vor Ort mit dem Galopprennsport vertraut gemacht. Die Interessenten bekamen eine eingehende Einführung in die Pferdewette und auch richtig erklärt, wie man welche Wette tippt und den Wettschein richtig ausfüllt. Zudem wurden die Pferde vorgestellt und gezeigt, worauf es zu achten gilt. Und siehe da, die neuen Besucher waren begeistert und waren mit durchschnittlich über 150,00 Euro Wettumsatz verglichen am Totodurchschnitt auch überaus aktiv. Es ging sogar so weit, dass kein von mir mitgenommener Neuling vor Ende des letzten Rennens die Bahn verlassen wollte! Alle haben inzwischen nach weiteren gemeinsamen Rennbahnbesuchen gefragt, was das vorhandene Potenzial bei richtiger Vorgehensweise verdeutlicht. Wenn man die Sache im Großen nicht hinbekommt, so kann doch jeder mit der Passion zum deutschen Galopprennsport selbst etwas im kleinen Rahmen dazu beitragen.

Viele Rennbahnbesucher werden auf der Rennbahn vor Ort einfach nicht abgeholt!

Dabei sind die Fehler der Verantwortlichen und Betreiber vor Ort fast immer tödlicher aber vermeidbarer Natur. Schon häufiger fand ich bei Rennbahnbesuchen vor Ort auch an schlecht besuchten Renntagen keine Wettscheine in zumutbarer Nähe vor! Auch Kugelschreiber wie sie so mancher Wettneuling sicher nicht zum ersten Rennbahnbesuch mitbringt, sind Fehlanzeige. Beim Ausfüllen der Wettscheine wird man dann häufig von verzweifelten Neulingen oder schlecht vorbereiteten Besuchern nach Kugelschreibern oder Hilfe beim Ausfüllen der Wettscheine angesprochen. Die Rennvereine meinen offenbar sie haben ihre Schuldigkeit erfüllt, wenn die Besucher das Rennbahngelände erst einmal betreten haben. Die Folgen sind bekannt und so tummeln sich die Besucher dann ziemlich plan- und ziellos übers Rennbahngelände, um am Imbissstand oder beim Kinderschminken Ihren Anker zu werfen. Dann wird noch schnell mit einem zufällig vor Ort befindlichen Bekannten ein kurzer Plausch gehalten und maximal nach dem Hauptrennen wieder fluchtartig das Rennbahngelände verlassen. Was im Hinterkopf bleibt, war ein Nachmittag an der frischen Luft mit dem Unterhaltungswert einer Supermarkteröffnung! Mit dem Galopprennsport an sich sind die wenigsten intensiv an diesem Tag in Berührung gekommen. Den Führring haben sicher noch die meisten besucht, um etwas Stallgeruch zu schnuppern. Wenn dann auch noch ein Galopper gut gefallen hat und der Wunsch zu einer Pferdewette entstanden ist, dürften die meisten aber schon vor massiven Schwierigkeiten gestanden haben.  Mir selbst sind bei knapp vierzig Jahren als sehr aktiver Wetter und Rennbahnbesucher zahlreiche Stammbesucher bekannt, welche noch nicht einmal die Grundwettarten Dreierwetten oder Zweierwetten und Kombiwetten richtig ausfüllen können! Was kostet diese Wette oder wie kreuze ich das an, wird dann ständig gefragt. Ein Zustand, der schon etwas nervt und nur aus Nächstenliebe zum Sport erduldet wird. Die Rennvereine sind sich dieses Umstandes offenbar gar nicht bewusst. Sie verschenken bares und dringend fürs Überleben notwendiges Geld, weil sie es nicht verstanden haben, die Besucher am Renntag abzuholen und mit der Pferdewette vertraut zu machen. Es müssen große Tafeln mit Wettkombinationen und Kosten für die jeweiligen Möglichkeiten aufgestellt werden. Die Wetter vor Ort müssen mit den Gewinnmöglichkeiten vertraut gemacht werden. Ab wie viel Pferden werden nur zwei Platzquoten gezahlt etc. Wettpaten müssen entsprechend gekleidet an den Renntagen den Besuchern zur Verfügung stehen oder die Besucher auch einmal zu einer Pferdewette animieren! Wie wäre es mit einer kleinen Wettschule für Neulinge vor den Rennen direkt auf der Bahn? Im Tribünenbereich gibt es sicher entsprechende Möglichkeiten und ein paar Stühle und Tische sind doch auch kein Ding der Unmöglichkeit. Dort können dann die angehenden Neuwetter alles über den Galopprennsport, die Pferderennen und verschiedenen Ausgleichsklassen sowie das richtige Pferdewetten und ausfüllen der Wettscheine lernen. Ein Service, der sich mit etwas Anlauf und der dringend notwendigen professionellen Umsetzung ganz bestimmt auszahlen sollte, um neue Kunden dauerhaft an die Wettschalter zu führen. Für so ein kleines Seminar rund um Wettkunde und Galopprennsport sollten zwischen 1-3 Stunden ausreichen. Wobei man notfalls sicher auch mehrere Termine anbieten kann. Nach erfolgreichem Abschluss bekommen die Wetter natürlich noch einen Wettgutschein von Hauptsponsor, um dass neu gewonnene Wissen auch in der Praxis am Wettschalter umzusetzen. Vielleicht wäre ja auch der Ansatz eines komplett betreuten Renntag für neue Besucher eine weitere sinnvolle Option um neue Besucher zu Stammgästen zu machen. Ein betreuter Renntag mit allen Infos und gemeinsamen Wetten und Erleben von Galopprennsport in kleinen Gruppen hätte sicher auch einen Eindruck zur Folge, den die Besucher so schnell nicht wieder vergessen und gerne wiederkommen lassen würde.  Viele neue und auch Stammbesucher stehen immer wieder vor der Herausforderung, wie Sie den eigentlich richtig wetten sollen und auf was. Da fallen dann immer wieder dieselben Sätze. Ich weiß doch nicht, wie das geht oder die Pferde sehen für mich alle gleich aus, etc. Mach Du das doch bitte für mich. Erstaunlicherweise sind viele dann bereit locker 100,00 Euro und mehr beim Wetten in die Hand zu nehmen, wenn man sich ihrer annimmt und sie ein gutes Gefühl haben. Ja noch schlimmer Sie sind sogar bereit dieses Wagnis mehrmals im Jahr einzugehen, wenn man es nur richtig anstellt! Es wird von den Besuchern einfach zu viel vorausgesetzt und verlangt, mit den bekannten Folgen wie unter volle Bahnen - leere Kassen geschildert. Wer sich nicht richtig informiert fühlt, wird sein schwer verdientes Geld auch nicht an den Wettschalter tragen! Ein Umstand, der jeden anderen Unternehmer in den Wahnsinn treiben würde. Vergleichen wir die Rennbahnbesucher doch einmal mit einem Besucher im Möbelhaus. Wohl jedem sind die Umstände vor Ort aus eigener Erfahrung vertraut. Auch dort hat der Unternehmer durch aufwendige und teure Werbung Besucher in sein Möbelhaus gelockt. Doch anders als auf der Rennbahn steht ein gut ausgebildetes Team von Einrichtungsberatern in großer Anzahl zur Verfügung, um den Kunden vor Ort abzuholen, zu beraten und auch zum Kauf zu bewegen. Ohne diesen hohen Aufwand vor Ort würde ein Großteil der Kunden das Möbelhaus einfach wieder verlassen, ohne auch nur ein Möbelstück gekauft zu haben. Genau so wird aber mit den Besuchern auf der Rennbahn verfahren. Schön das Ihr da seid und nun seht gefälligst zu, wie Ihr den Nachmittag verbringt. Sehr deutlich Worte aber zu  100% Realität.

Der Galopprennsport krankt von vielen Seiten.

Ein Zustand der es selbst dem engagiertesten Aktivisten und Funktionär schwer macht einen Hebel zu finden, wo man ansetzen könnte. Punkte wie sinkende Wettumsätze und Besucherzahlen, immer weniger Sponsoren, kleine Starterfelder und zu wenige Galopper im Training, zu wenige Mutterstuten und Züchter sowie katastrophale Auktionsergebnisse auf der Jährlingsauktionen und somit immer weniger aktive Züchter, sind eine Spirale des eingangs beschriebenen Weltenbrands. Befeuert von politischen Lobbyisten und dem damit einhergehenden Rennbahnsterben bleibt nur noch fassungsloses Kopfschütteln und Achselzucken der am Galopprennsport Beteiligten übrig. Selbst höchst erfolgreiche Manager und Unternehmer, die im deutschen Turf fest verwurzelt sind, stehen der aktuellen Lage rat- und tatlos entgegen. Ein Situation, die mich sehr stark an J.R.R. Tolkiens Herr der Ringe erinnert. Horden von mordenden Orks, Wargs und Uruk-hai´s streifen durch Mittelerde (den deutschen Galopprennsport) und hinterlassen plündernd und brandschatzend einen Ort der Verwüstung (Politiker & Immobilienspekulanten). Wo ist nun aber das unerschrockene Team der Gefährten, das sich der kaum noch abzuwendenden Götterdämmerung im deutschen Galopprennsport entgegenstellt? Es ist weit und breit kein Gandalf, Aragorn, Legolas oder gar Frodo in Sicht, der diese gewaltige Aufgabe auf seine Schultern lasten möchte und bereit ist die nötigen Schritte einzuleiten und Opfer zu bringen. Die aktuelle Situation im deutschen Galopprennsport gleicht wahrlich der Belagerung und Schlacht um Helms Klamm und Gondor. Die Horden der Orks stehen brüllend vor der Tür und immer weniger unerschrockene Kämpfer sind bereit sich ihnen in dieser anscheinend hoffnungslosen Lage entgegenzustellen. In der Tat gleicht ein Blick auf die vorherrschende Lage im deutschen Turf einem Spaziergang durch die brennende Tiefebene vom Mordor! Jetzt gilt es die Reihen zu schließen, und aktuelle Nebenkriegsplätze und Fehden zu begraben. Nur gemeinsam kann in dieser bevorstehenden Schlacht von epischem Ausmaß vielleicht noch der Sieg errungen werden. Die Horden der Orks stehen brüllend vor der Tür und immer weniger unerschrockene Kämpfer sind bereit sich ihnen in dieser anscheinend hoffnungslosen Lage entgegenzustellen. In der Tat gleicht ein Blick auf die vorherrschende Lage im deutschen Turf einem Spaziergang durch die brennende Tiefebene vom Mordor! Jetzt gilt es die Reihen zu schließen und aktuelle Nebenkriegsplätze und Fehden zu begraben. Nur gemeinsam kann in dieser bevorstehenden Schlacht von epischem Ausmaß vielleicht noch der Sieg errungen werden. Eine Schlacht und ein Kampf den wahrscheinlich nicht alle Gefährten überleben werden und deren Ausgang ungewiss ist aber um es zum Abschluss, mit dem Worten Gimlis zu sagen: "Den Tod als Gewissheit und keine Aussicht auf Erfolg also worauf warten wir ab in die Schlacht!"

Das Direktorium seine Rolle und Alternativen

Als besonderen Feind haben dabei die meisten Aktiven im deutschen Galopprennsport das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in den eigenen Reihen auserkoren. Und in der Tat hat das Direktorium zumindest in den vergangenen Jahrzehnten seine Rolle als Heerführer nur sehr unglücklich ausgeübt. Viele wichtige Trends und gesellschaftliche Veränderungen wurden einfach verschlafen oder falsch interpretiert. Die jetzt vorherrschende Lage im deutschen Galopprennsport wird von fast allen Aktiven fast ausnahmslos dem Direktorium angekreidet. In jedem Gespräch mit am Galopprennsport oder Vollblutzucht beteiligten Aktiven fällt das Direktorium als Hauptschuldiger. Dabei sind Kommentare wie zu alt, verstaubt, zu satt oder handlungsunfähig noch die mildesten Worte, die in diesem Zusammenhang fallen. So macht sich langsam ein gewaltiger Unmut unter der einst treuen Gefolgschaft breit und es droht offen der Ausbruch einer Meuterei. Ein Umstand und weiterer Brandherd, den der deutsche Galopprennsport auf keinen Fall mehr gebrauchen kann. Wenn das Direktorium halt nicht mehr in der Lage ist, die Belange des deutschen Galopprennsports so zu vertreten, wie es zum weiteren Bestehen desselben erforderlich ist, müssen zusätzliche Organisationen, Vereine, Supporter-Clubs und andere Organisationen gegründet werden, die diese Aufgabenfelder zusätzlich oder eben besser bearbeiten können. Im administrativen Teil des deutschen Galopprennsports bleibt ja noch genügend Arbeit über. Mir persönlich wurde bei allen Anliegen und Fragen beim Direktorium aber stets sehr freundlich und unbürokratisch weitergeholfen. Auch dies sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben.

Unsinnige Aktionen wie Galopp-Champions League und der ewige feuchte Traum von Galopprennsport im TV einiger Funktionäre!

Schon zu Zeiten der seeliegen Telewette träumten deutsche Galoppfunktionäre und angebliche Macher des deutschen Galopprennsports

Treve

Die wahre Champions League! Treve siegt im Prix de l´Arc de Triomphe.

leidenschaftlich den feuchten Traum vom großen Auftritt im TV. Leider blieb die ganze Sache dann doch auch eher ein Traum, was Träume leider so an sich haben. Jetzt darf wieder geträumt werden! In diesen harten und rauen Zeiten im deutschen Turf, ja auch eine nette und wärmende Angelegenheit. Galopp Champions League heißt die neue Zuckerstange die uns die Turfverantwortlichen nun präsentieren. Eine Rennserie, die bei 11 Grupperennen an 6 verschiedenen Veranstaltungsorten nach einem Punktesystem im den Kategorien Galopper, Trainer und Jockey ausgetragen wird. So etwas interessiert noch nicht einmal die Aktiven! Dafür wurden keine neuen Rennen geschaffen, sondern nur die vorhandenen Prüfungen mit dem pseudo Zuckerguss Champions League überzogen. Außer einem netten Ehrenpreis gibt es bei dieser so einzigartigen und innovativen Aktion keinen Blumentopf zu gewinnen. Dabei ständen angeblich sechsstellige Mittel zur Bewerbung und Ausschüttung zur Verfügung. Mitmachen werden die Trainer und Besitzer ja eh, da ein Pferd von Gruppenformat nun einmal in diesen dafür ausgewählten Rennen laufen muss. Sicher ist aber auch, dass kein einziger Starter aufgrund dieses Titelkonstrukts ein Rennen mehr bestreiten wird, als ohnehin vorgesehen. Dahin gestellt sein lassen möchte ich dabei einmal, ob die öffentliche Nutzung und Bewerbung des Titels Champions League eigentlich rechtlich zulässig ist oder ob hier Markenrechte verletzt werden. Wenn die eigene Marke halt nichts wert ist, ( deutscher Galopprennsport) bedient man sich eben fantasievoll einer bereits vorhandenen. Die TV Präsenz, welche über ntv stattfinden soll, dürfte sich eh wieder auf die üblichen Minuten im Randprogramm beschränken. Was für ein Hit! Ohne entsprechende und grundlegende Veränderungen in der Berichterstattung, Bildübertragung und interaktive Einbindung der TV-Besucher wird das noch nicht einmal den harten Kern der aktiven Rennbahnbesucher vor den Bildschirm locken. Auch Serien wie die damals sehr bekannten Rivalen der Rennbahn konnten dem deutschen Galopprennsport keine wesentlichen Impulse versetzen und waren doch von einem ganz anderen Kaliber als diese Aktion. Selbst als die große und einzigartige Wunderstute Danedream vor einigen Jahren sogar international für Furore sorgte und live im TV Bericht erstattet wurde, waren die Auswirkungen wie die aktuelle Lage aufzeigt ohne Einfluss. Bessere Pferde als Danedream, Novellist oder Pastorius wird es im deutschen Galopprennsport auf absehbare Zeit nicht geben und auch aus diesen Superstars konnte kein Kapital gezogen werden.

Eine Champions League ohne Champions!

Betrachten wir uns doch einmal, was die Fußball Champions League eigentlich ausmacht. Da ist zunächst einmal Champions wie Cristiano Ronald, Lionel Messi oder Thomas Müller & Co. Dann spielen in dieser als Champions League kreierten Serie die Landesmeister und besten Vereinsmannschaften der Welt gegeneinander. Das Event wird medial herausragend vermarktet und hat alle bedeutenden Sponsoren der Welt im Hintergrund. Es ist eines der wichtigsten sportlichen Events der Welt! Was hatte man also im Sinne sich mit so einem Titel schmücken zu wollen. Der deutsche Galopprennsport ist von der Champions League oder der Würdigkeit sich mit so einem Titel schmücken zu können soweit entfernt wie der 1. FC Posemuckel von Real Madrid. Aufgrund der desolaten Lage im deutschen Galopprennsport sind wir zum Selbstbedienungsladen der ausländischen Rennsportnationen verkommen. Die Champions im deutschen Galopprennsport werden verkauft oder bestreiten ihre Rennen in fernen Gefilden. Die Liste der Abgänge ist lang, wie Ivanhowe, Protectionist, Turfdonna, Danedream oder Feodora belegen. Wie will man bitte schön eine Champions League ohne Champions abhalten? Das die Besitzer der Champions angesichts der augenblicklichen Lage schwach werden und die Millionenangebote für ihre vierbeinigen Superstars nicht ausschlagen, ist nur allzu verständlich. Wenn es denn überhaupt Veranstaltungen gibt, die sich mit dem Titel Champions League schmücken dürfen, so wären das Ascot, der Breeder´s Cup sowie Arc, Japan-Cup und der Melbourne-Cup.

Was kann der deutsche Galopprennsport von Profifußball lernen.

Abgesehen davon, dass Fußball in Deutschland die Sportart Nr.1 ist, eine ganze Menge! Denn im europäischen Fußball hat man aber die richtigen Ansätze gefunden, um sich der klammen Finanzlage zu entziehen. So wurden einfach ganze Stadien umbenannt und tragen nun den Namen des Hauptsponsors wie Allianz-Arena oder Signal Iduna Park anstatt Dortmunder Westfalenstadion. Ein Zugeständnis mit dem die Vereinsbosse prima leben können. Mit den Sponsorengeldern konnten die Stadien renoviert und auf den neuesten Stand gebracht werden. Auch für neue Spieler war noch etwas Geld in der Portokasse über. Bei anderen Fußballklubs leisten sich russische Oligarchen und Scheichtümer das nette Hobby, sich einen eigenen Fußballklub zu unterhalten. Mit den endlosen Finanzmitteln haben sich vorher eher unbedeutende Vereine an die europäische Spitze katapultiert. So ist Emirates einer der wichtigsten und engagiertesten Sponsoren im europäischen Profifußball. Vereine wie AC Milan, Real Madrid, Paris Saint-Germain oder Arsenal London und sogar der HSV leben gut unter dem Patronat aus dem fernen Osten. Was hält nun also die Verantwortlichen im deutschen Galopprennsport davon ab, sich ebenfalls diese Einnahmequellen und Finanzierungshilfen zu erschließen?! Ob sie nun auf die Galopprennbahn in München-Riem gehen oder auf das BMW Racing Hippodrome dürfte den meisten Besuchern ziemlich egal sein! Es ist eher schon deutlich gesteigertem Interesse auszugehen. Auch könnte durch die Akquise neuer und wirklich wichtiger und finanzstarker Sponsoren & Investoren wie Emirates oder Qatar-Racing und Etihad das schlimmste für den deutschen Galopprennsport noch verhindert oder abgewendet werden. Das einzige Problem ist die nicht vorhandene Marke und Lobby im deutschen Galopprennsport. Investoren, Sponsoren und die Werbung sind da, wo ihre Kunden sind und nicht auf menschenleeren Rennbahnen mit Kreisliganiveau. Es bleibt also nichts anderes über, als zu Kreuze zu kriechen und zu betteln! Nicht schön aber der einzige Ausweg aus der selbst herbeigeführten Misere. Es muss offen gesprochen werden und langfristige Sponsoren und Investmentverträge geschlossen werden. Mit einer kurzfristigen Finanzspritze ist es im deutschen Galopprennsport nicht mehr getan. Vernünftige und durchdachte langfristige Konzepte für neue Rennserien und Imagekampagnen für Galopp made in Germany müssen her. Diese zu etablieren und im Bewusstsein der Zielpersonen zu verankern wird einige Jahre benötigen. Zeit, die sicher nicht mehr alle Rennvereine haben werden aber für den verbliebenen Rest, könnte so ein für die Zukunft tragfähiges Konzept aufgebaut werden. Man sollte sich nur von dem Irrglauben verabschieden man habe eine wertvolle Marke, die man die geneigten Investoren anbieten könnte. Galopp in Deutschland ist faktisch tot und am Ende! Der zu gehende Weg wird hart und steinig sein und von einigen Zugeständnissen sowie Toleranz, Weitsicht und dem Willen zur Veränderung geprägt sein. Eine doch wie ich meine ganz schöne Vision, doch sehe ich leider nicht die Personen, die in der Lage sind, geeigneten Visionen und Konzepte im deutschen Galopprennsport zu entwickeln und voranzutreiben. Allein die Airlines Etihad, Emirates und Qatar-Airways haben beim Sponsoring weit über 500 Mio. Dollar umgesetzt. Bei Arsenal wurden mal eben schnell 150 Mio. investiert und sogar der Hamburger Sportverein lebt als Günstling mit einer jährlichen Zuwendung von 7,5 Mio. nicht schlecht. In der spanischen Primera Division ist ein battle zwischen Qatar-Airways und Emirates entbrannt. Real Madrid vs. Barcelona und die Millionen fließen munter, da jeder im sportlichen Wettstreit die Nase vornhaben möchte. Warum nicht im deutschen Galopprennsport? Die genannten Player sind verrückt nach Galopprennsport. Sie unterhalten eigene Rennställe und sind faire Sportsmänner, die sich sicher einem Engagement im deutschen Galopprennsport zum Erhalt desselben nicht verschließen würden.

Galopprennsport in Deutschland ist tot! Es lebe der Galopprennsport! Oder wie baue ich ein neues Image auf.

Um es an dieser Stelle schon einmal vorwegzunehmen ist der einzige Weg den Galopprennsport in Deutschland noch zu retten, ihn neu zu erschaffen! Es müssen völlig neue Einnahmequellen und Werbekonzepte erschlossen werden, um den endgültigen Niedergang noch abzuwenden. Da bei liegt das Gute so nah. Denken wir in diesem Zusammenhang, um noch einmal beim Profifußball zu bleiben, an die so beliebten Profifußballer Claudio Pizzaro oder Thomas Müller. Claudo Pizzaro ist selbst absolut galoppverrückt und unterhält sogar Rennställe in Südamerika. Er ist aber auch dem deutschen Galopprennsport sehr zugetan und hatte schon Galopper wie El Tren, Atlantic Gale oder Black Arrow zusammen mit anderen Profifußballern wie eben Thomas Müller im Training. Ein Mann der weiß, wovon er spricht und dessen Aussagen im Bezug auf den Galopprennsport hundertprozentig authentisch sind, weil er Pferderennen einfach im Blut hat und diese Leidenschaft auch nach außen ausstrahlt. Das Pizzaro zudem ungemein sympathisch ist, macht ihm zum idealen Botschafter für den deutschen Galopprennsport. Auch sein Kumpel Thomas Müller ist natürlich so ein Kandidat! Er ist wohl unter den deutschen Sportlern das zurzeit bekannteste und meistgebuchte Werbegesicht. Vom Grill über den Supermarkteinkauf oder den Pkw Thomas Müller verkauft als Marke einfach alles! Na und warum? Er ist ein echtes Original mit Ecken und Kanten, den selbst Fans der anderen Sportvereine lieben und schätzen. Auch für den FC Bayern ist Thomas Müller als Werbeträger und Publikumsliebling unverzichtbar. Und was hat dieser Mann für ein Hobby? Pferde und Galopprennsport! Zudem ist er ungemein naturverbunden, was seine Glaubhaftigkeit als Werbebotschafter für den deutschen Galopprennsport weiter unterstützen würde. Was machen die Verantwortlichen im deutschen Turf aus diesen einmaligen Möglichkeiten? Nichts! Sicher würden sich beide Sportler angesichts der bedrohlichen Lage und bei entsprechend nachhaltigen und sinnvollen Konzepten gerne in eine Imageaktion für den deutschen Galopprennsport einbringen. Aber auch der so bodenständige und immer seriös und souverän wirkende Klaus Allofs ist seit seinem achten Lebensjahr ein leidenschaftlicher Anhänger des deutschen Galopprennsports. Er hat sich schon als Besitzer diverser Galopper wie etwa Potemkin oder Wake Forest um einige aktuelle Beispiele zu nennen engagiert. Ein Mann, der den Galopprennsport durch und durch liebt und seit Kindesbeinen infiziert ist. Es gibt also genügend Gesichter, die für ein neues Image im deutschen Galopprennsport stehen könnten, wenn man sich nur einmal etwas umsieht. Völlig unverständlich das niemand diese vielfältigen Möglichkeiten erschließt.

Es müssen neue und eigene Rennserien und Meisterschaften geschaffen werden, um überhaupt eine Marke zu etablieren und das öffentliche Interesse am Galopprennsport zu wecken.

Einer der wichtigsten Punkte im deutschen Galopprennsport überhaupt, um die wenigen verbliebenen Aktiven im Galopprennsport noch am Überleben und bei der Stange zu halten. Gerade kleine Züchter und Besitzer kämpfen mit viel Herzblut und unter erheblichen finanziellen Aufwand an der vordersten Front im deutschen Galopprennsport. Aber auch kleinere Rennvereine und Trainer brauchen gangbare Alternativen und Unterstützung, um für ihren Einsatz belohnt zu werden und den Galopprennsport zumindest einigermaßen kostendeckend zu gestalten. Zu diesem Zweck müssen komplett neue Rennserien geschaffen werden. Diese müssen dann mit Hilfe von Großsponsoren initiiert werden. Natürlich perfekt geplant und gerecht auf alle Rennvereine verteilt um den Galopprennsport wirklich deutschlandweit zu stärken. Dass diese Rennserien entsprechend medienwirksam und langfristig angekündigt werden müssen, versteht sich dabei von selbst. Kommen wir jetzt aber mal zum Ansatz einer neuen Superhandicap-Serie unter Einbindung eines Großsponsors. Nennen wir Diesen doch einfach einmal Emirates und die Veranstaltung die Emirates-German Superhandicap-Challenge! Eine völlig neue Rennserie, in der sich Galopper unterschiedlicher Ausgleichsklassen über verschiedene Distanzen in ihrer jeweiligen Klasse messen. Die Rennen führen über Distanzen von 1200m bis 4000m und erstrecken sich über die Ausgleichklassen I bis IV. Gehen wir einmal von Renndistanzen von 1200m, 1600m, 1800m, 2000m, 2200m 2400m, 2800m und 4000m aus. Beim aktuellen Pferdebestand in deutschen Rennställen sicher schon eine echte Herausforderung, da es einfach aufgrund diverser ja bekannter und aufgezeigter Probleme zu wenig Galopper im Training gibt. Natürlich müsste man dem Sponsor mit aufgedeckten Karten entgegengetreten und einen langfristigen Sponsoren- und Marketingvertrag mit festen Zusagen von mindestens 5-10 Jahren aufsetzen. Galopper wachsen nicht über Nacht auf den Bäumen nach und um so ein weit reichendes Konzept umzusetzen bedarf es einiger Zeit, um alle Aktiven auch wirklich einzubinden und auch das Publikum über die Jahre an dieses Event zu binden. Die Rennpreise für die einzelnen Rennen der Serie könnten mit 10.000 Euro je Rennen im Ausgleich IV, 15.000 Euro je Rennen im Ausgleich III, 20.000 Euro je Rennen im Ausgleich II sowie 25.000 Euro je Rennen im Ausgleich I dotiert sein. Je nach Platzierung erhalten die teilnehmenden Galopper für eine Platzierung in ihrer Handicap-Klasse folgende Punkte: Sieg 30 Punkte, Zweiter: 20 Punkte, Dritter 15 Punkte, Vierter: 10 Punkte und Fünfter: 5 Punkte. Der Galopper, der in seiner Ausgleichsklasse in den Rennen über die unterschiedlichsten Distanzen die meisten Punkte gesammelt hat, wird der Superhandicap-Champion! Für diesen Sieg wird ein wirklich ansprechender Pokal geschaffen (meine darf auch etwas kosten). Außerdem erhalten die drei Erstplatzierten Ihrer jeweiligen Handicap-Serie noch folgenden Geldpreis: Sieger 50.000 Euro, Zweiter 25.000 Euro und Dritter 10.000 Euro. Der Superchampion d.h. der Sieger aller Klassen der die meisten Punkte gesammelt hat, bekommt 100.000 Euro. So eine Rennserie schafft völlig neue Anreize sich im Galopprennsport zu engangieren. Ja sogar das züchten von Pferden für momentan völlig vernachlässigte Renndistanzen von 2800m oder gar 4000m würde wieder einen Sinn machen. Kleine Züchter oder Besitzertrainer und Aktive, die sonst eher bei der Verteilung der dicken Fleischtöpfe am Rande stehen, wären zudem mittendrin. Der geneigte Sponsor wäre mit reinen Rennpreiskosten von rund 1 Mio. Euro für eine deutschlandweite Rennserie die sich zudem vielfach weitervermarkten ließe mehr als preisgünstig dabei. Es kommen natürlich noch einmal erhebliche Kosten für eine perfekte Bewerbung in der Öffentlichkeit für diese Rennserie dazu. Zudem wäre es sinnvoll, wenn der Sponsor die Einrichtung von Jackpotzahlungen für die einzelnen Rennen der jeweiligen Ausgleichklassen übernimmt, um auch hier einen weiteren Anreiz zum Wetten zu schaffen und die Besucher noch stärker in die Superhandicap-Challenge mit einzubeziehen. Für diese Rennserie lassen sich auch leicht Sonderwetten und Langzeitwetten konzipieren, die exklusiv vermarktet werden könnten. Diese Rennserie hätte bei professioneller Umsetzung wirklich einen Win-win-Faktor für alle. Vergleicht man den finanziellen Einsatz für dieses Sponsoring einmal mit einer Beteiligung im Profifußball, so sprechen wir hier wirklich von Peanuts und würden zusätzlich noch eine echte Marke kreieren, die momentan nicht vorhanden ist! Dem Sponsor steht es natürlich frei sich bei den einzelnen Veranstaltungen mit Aktionen und anderen Maßnahmen so zu präsentieren, wie es seinem Land, seiner Stiftung oder seinem Unternehmen dienlich ist. Bei Interesse stehe ich zur weiteren Umsetzung, Beratung und Planung gerne zur Verfügung, da eine ausführliche Darstellung den Rahmen sprengt.

Ein weiterer Ansatz wäre die Schaffung einer Alternative zu den Auktionsrennen.

Viele Besitzer oder Züchter möchten ihre Galopper überhaupt nicht verkaufen, sind aber um eine Teilnahmeberechtigung an den Auktionsrennen aufrechtzuerhalten, zu einer versteckten Zwangsabgabe über die Teilnahme an den Auktionen gezwungen. Auch wer einen nicht gerade modekonformen Zuchtansatz verfolgt oder Hengste und Stuten zur Zucht nutzt, die nicht der obersten Liga entsprechen oder gerade en vogue sind, dem drohen bei einer Auktionsteilnahme hohe Kosten. Da neue Besitzer aber natürlich die Chance auf hohe Renngewinne in Erwartung haben, setzen sie eine Teilnahmeberechtigung in Auktionsrennen voraus. Viel einfacher wäre es hier doch, eine Rennserie für in Deutschland gezüchtet Pferde zu schaffen, zu welcher der Züchter eine einmalige Nenngebühr von sagen wir einmal 500,00 Euro zu entrichten hat. Ein Einsatz, der sich sicher und immer lohnt, egal ob er für den eigenen Rennstall oder den Auktionsring züchtet. Durch entsprechende Nenngelder der Züchter und evtl. der Gewinnung eines Sponsors, der die Summe auf sagen wie einmal 500.000 Euro aufstockt, würde sich auch hier leicht eine eigene Rennserie mit den bekannten Vorteilen für alle Beteiligten ausrichten lassen.

Die neuen Renntage und Racing-Events müssen durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, Image- und Veranstaltungswerbung sowie durch einen einzigartigen Veranstaltungsrahmen zu echten Highlights werden.

Zugegeben ohne die nötigen finanziellen Mittel von neuen Sponsoren sind diese kostspieligen Maßnahmen von Außenwerbung, Imagewerbung, Eventgestaltung etc. nicht leicht umzusetzen. Diese Bausteine müssen vielmehr Hand in Hand mit den Sponsoren erarbeitet und umgesetzt werden. Es gibt aber bereits viele praktische Beispiele, wie so eine Zusammenarbeit aussehen kann und welche Synergien und Vorteile für die beteiligten Parteien entstehen können. So könnte z.B. eine dringend erforderliche Bewerbung des deutschen Galopprennsports über Plakat-Außenwerbung und andere Medien durch Einbindung der Sponsoren finanziert und umgesetzt werden. Nehmen wir hier einmal das Beispiel Plakatwerbung. Hier könnten neue und frische Werbethemen unter Einbeziehung der sportlichen vorher genannten Werbestars entwickelt werden. z.B. die Profifußballer zusammen mit bekannten Galoppern entsprechend in Szene gesetzt und kurzen knackigen Slogans wie Initiative deutscher Galopprennsport - Hast auch Du Hafer im Blut? - powered by/mit freundlicher Unterstützung von Etihad, Qatar Airways, fly Emirates usw. Oder Plakat für gesponserte Werbung durch Automobilbauer Galopper im Wettkampf mit Auto - deutscher Galopprennsport - immer eine Nasenlänge voraus! Mercedes Benz unterstützt den deutschen Galopprennsport. Oder Galopper über dem ein Flugzeug von Emirates schwebt- Pro deutscher Galopprennsport - Fly Emirates - der schnellste Weg an Ihr Ziel. Diese Plakate und andere Werbeträger könnten als Grundbaustein für verschiedene Kampagnen erstellt werden, in die Termine und andere Werbeaussagen austauschbar eingebunden werden könnten. Der deutsche Galopprennsport wäre flächendeckend und deutschlandweit in aller Munde und der Sponsor würde durch sein Bekenntnis einen klaren Standpunkt beziehen und auch noch zusätzlich werben. Wieder einmal Win-Win. Auch bei den Rennveranstaltungen müsste man neue Konzepte entwickeln, die sowohl Sponsor als auch Rennverein und Besucher aktiv in Kommunikation und Aktion bringen. Je nach Sponsor lassen sich auch hier, wenn man den über ein paar Visionen verfügt, leicht neue Konzepte für Events der neuen Dimension erarbeiten. Die Veranstaltungen müssten vom Ablauf perfekt und kompromisslos geplant sein und funktionieren. Kein Ton, fehlende Wettscheine und mangelnde Einbindung der Rennbahnbesucher müssen der Vergangenheit angehören! Um diese Umstände abzustellen, sollte man unbedingt auch einmal eine Umfrageaktion durchführen, was die Besucher eigentlich wollen. Aber nicht nur bei den Rennbahnbesuchern, sondern auch bei Befragungen in der Bevölkerung in verschiedenen Städten und Stadtteilen sollte das Image und die Wahrnehmung vom deutschen Galopprennsport einmal kritisch hinterfragt werden. Einen entsprechenden Fragenkatalog würde ich bei Bedarf entwickeln, da ich andernfalls wieder nur die üblichen 08/15 Fragen erwarte.

Deutschland ist in fast allen Sparten Weltspitze!

Warum bekommen wir den Galopprennsport nicht in den Griff? Kaum eine Nation verzockt im Verhältnis mehr als Daytrader oder mit Optionen und Aktien. Wir führen fast alle Konsumstatistiken an und was der Deutsche macht, das macht er gründlich und mit Leidenschaft. Es gibt nirgends mehr aktive Vereine und die Hobbys während der Freizeitgestaltung werden ebenfalls akribisch ausgeübt wie kaum woanders. Wir verspielen Millionen im Lotto oder den Dattelbuden, doch am deutschen Galopprennsport geht jede Dynamik vorbei. Ein Zustand, der einfach nicht stimmen kann, sondern eher ein hausgemachtes Problem ist, wie die dargestellten Umstände belegen. Sicher werden wir nie an die wettbesessenen Hongkong-Chinesen oder Japaner sowie Aussies und Engländer heranreichen aber ein wenig höher sollte unser Anspruch schon sein, auch hier einen Platz im Vorderfeld zu erzielen.

Konzerne und Unternehmen als Rennstallbesitzer! Wie bekomme ich Geld in den Galopprennsport und Jährlingsmarkt.

Ein völlig neuer Ansatz wäre es Großkonzerne sowie Unternehmen in den Galopprennsport als aktive Rennstallbesitzer mit einzubeziehen. Durch diesen Coup könnte der deutsche Galopprennsport sowie die deutsche Vollblutzucht in kaum vollstellbarem Ausmaß profitieren! Fast alle großen Unternehmen gehen im Profisport Allianzen als Sponsor oder gar als aktiver Eigner eines Rennstalls ( Automobilrennsport, Segeln, Fußball, etc.) ein.

Dort wird werbewirksam das eigene Unternehmen in den Fokus der Öffentlichkeit und der anvisierten Zielgruppe gebracht. Was spricht also bitte dagegen im deutschen Galopprennsport die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich Konzerne als Rennstalleigner engagieren können? Die Zielgruppe ist kaufkräftig und das Umfeld für entsprechend professionelles Marketing hervorragend geeignet. Mit solchen Partnern und entsprechenden Rennserien könnte vielleicht auch einmal in absehbarer Zukunft aus der TV-Vision etwas werden, weil die so dringend benötigte Finanzpower, sowie das Netzwerk und Know-how gleich gratis mitgeliefert werden würde. Wenn sich diese Unternehmen im Galopprennsport nach entsprechender Konzeptgestaltung und Umwerbung wirklich engagieren, und würde es zum sportlichen Wettstreit der Konzerne untereinander kommen, so gäbe es wohl in einigen Bereichen goldene Zeiten im deutschen Turf. Diese Unternehmen würden natürlich im erheblichen Umfang in den Galopprennsport sowie den eigenen Rennstall investieren. Sie würden als Sponsoren für große neue Rennen auftreten und auf den Auktionen als Käufer für den so sehr gebeutelten Jährlingsmarkt einen wahren Segen darstellen. Die neuen Pferde und Rennställe würden natürlich auch Personal, Manager, Trainer und Agenten benötigen. Ein so gewaltiger Aufwind könnte auch endlich den Großbrand im deutschen Galopprennsport löschen. Wenn dann Silver Arrow mit dem Stern auf dem Rücken gegen Weißer Riese mit der roten Schleife läuft, wird es vielleicht für manchen ein etwas befremdliches Gefühl sein, aber wenn sich Fußballprofis als Hähnchenbotschafter, Kondom-Träger oder Werkself verdingen und von Erfolg zu Erfolg eilen, kann diese Maßnahme so falsch nicht sein.  Auch hier sei aus gegebenem Anlass wieder die Nachfrage bezüglich der Untätigkeit in diesem Bereich erlaubt. Wartet man auf weitere Almosen oder Durchhalteparolen aus der Politik und uralt Vereinbarungen, an die sich niemand mehr gebunden fühlt? Die alten Allianzen sind tot oder wirkungslos. Jetzt gilt es mutig voranzuschreiten und neue Wege zu entdecken, solange die Brücken noch nicht geschlossen sind. Wer jetzt als kleiner Besitzer Angst vor dieser drohenden Supermacht hat, den möchte ich beruhigen. Auch mit viel Geld kann man nicht immer alles kaufen und es wird jederzeit wieder möglich sein, Pferde wie Danedream, Sirius oder Feodora für kleines Geld zu kaufen. Was zählt, ist ein offener und fairer Umgang aller Beteiligten im Galopprennsport untereinander und ein Kräftemessen im sportlichen Wettstreit auf der Rennbahn. So kann der Weg in eine bessere Zukunft für alle die "Hafer im Blut" haben, in etwa aussehen. Da wie ich gerade merke, die Pferde mit mir beim Schreiben schon jetzt etwas durchgegangen sind und der Artikel schon eine Länge erreicht hat, welche die meisten wohl überfordern wird, wünsche ich zunächst Hals & Bein. Alle die etwas verändern möchten und bereit sind an einer neuen Zukunft im deutschen Galopprennsport mitzugestalten, sind hiermit herzlich dazu eingeladen. Wie wäre es den mit der Initiative deutscher Galopprennsport? Wer dabei sein möchte, bitte einfach per E-Mail melden an: info@pferdewettenblog.de